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Konzert-Kritik
"Unicorns im BATON ROUGE"
von "WHEEL-COUNTRYMAIL., Autor: Jürgen Stier
I Feel Lucky
Glücklich konnte sich jeder schätzen, der an diesem Samstag
im Baton Rouge war. Die Unicorns hatten uns schon bei ihrem ersten Gastspiel
im Februar begeistert. Und jetzt, nachdem drei Bandmitglieder gewechselt
haben, hat sich ihre Show nur positiv verändert. Im Publikum übrigens
mehr Musiker als auf der Bühne: Steve Olson (Dixie Wheels) mit
Frau und Freunden, Rascal & Dodger, Hubert von Blue Train sowie
eine 5köpfige Abordnung der Country Stars unter Vorsitz von Anette
und Sir Frank. Das Baton Rouge war ganz gut gefüllt und die Stimmung
bombig. Das Spektrum der Unicorns an aktueller Country Music reicht
von Cathy Mattea (18 Wheels) über Diamond Rio (Unbelievable) und
Dwight Yoakam (Guitars + Cadillacs) bis hin zu Alan Jackson (Chattahoochee).
Stark klingen auch This is Me Missing You, Should Have Asked Her Faster,
der Mercury Blues, I Feel Lucky und Calling Baton Rouge (letzteres in
einer Version der Band Bluegrass Revival). Zu Beginn des 2. und 3. Sets
gab es je einen eindrucksvollen vierstimmigen a capella-Gesang.
Die aktuelle Besetzung: Nicky Scheider (Leadgesang, 12seitige Gitarre,
Flöte) trat an die Stelle der Amerikanerin Kristen Riter, die beruflich
nach Spanien musste. Nicky´s helle, klare Stimme passt prima zu
Songs von Alison Kraus (Baby Now That I Found You). Leider bleibt Nicky
der Band nur etwa 1 Jahr erhalten. An der 2halsigen Emmons-Pedal Steel
(gelegentlich auch Lap Steel) sitzt jetzt Chris Waldinger, den auch
ein fürchterlicher Hexenschuss nicht davon abhalten konnte, sich
mächtig ins Zeug zu legen. An den Drums statt Evert van der Waal
jetzt ein alter Bekannter: Uli Jenne, der bis vor kurzem noch bei Shady
Mix trommelte. Unverändert blieben Ilona Waldmann (Bass, Background-Gesang),
Steve Niclas (Fiddle, Akustik- und E-Gitarre, Gesang) sowie Uli Widenhorn
(Akustik- und E-Gitarre, Gesang). Vor allem Steve und Uli sind es, die
mit überragendem Können auf Fiddle und Gitarren immer wieder
begeistern. Besondere Schmankerl: Zwei ungarische Csardas, virtuos auf
der Fiddle vorgetragen, diverse Bluegrass-Titel, u.a. der Foggy Mountain
Special, The Bug (M. Knopfler), Think About You (Bryan Adams), Calling
All You Cowboys (von der kanadischen Band Farmers Daughter) und der
Cherokee Boogie von BR 5.49. Auch ein paar schöne Oldies (mit traumhaftem
Two-Step-Rhythmus) und das zünftige irische Walk In The Irish Rain
waren wieder dabei.
Nach drei langen Sets und kurzen Pausen gab es noch sechs Zugaben, u.a.
Islands In The Stream, Blue Bayou, Mr. Sandman und The Last Unicorn,
den Soundtrack aus dem gleichnamigen Film (auch Nicky spielt dabei Flöte).
Für die Tänzer war angesichts dieser Vielseitigkeit erneut
alles geboten, vor allem viel Two-Step. Nicky äußerte sich
in der Pause tief beeindruckt über das Können der hiesigen
Tänzer (kein Vergleich mit der Münchner Szene!). Von Steve
Niclas wissen wir, dass die sechs sehr intensiv proben. Das merkt man:
Solides Können und ein höchst abwechslungsreiches Programm
machen diese Band so interessant. Das Publikum dankte es mit guter Stimmung,
kräftigem Applaus und verlangte lautstark immer wieder Zugaben.
Demnächst spielen die Unicorns in Buchenbühl und im Wollnersaal.
Das sollten wir nicht verpassen.
Mit freundlichem Grinsen, Jürgen Stier
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Foto: Jürgen Stier
Konzert-Kritik
"Unicorns im BATON ROUGE"
von "WHEEL-COUNTRYMAIL., Autor: Jürgen Stier
Dürrenmungenau
Eines der bislang interessantesten und abwechslungsreichsten Events gab
es am Samstag im Baton Rouge zu erleben. The Unicorns aus dem Raum München
waren bei uns bisher noch nie zu sehen. Der Hauptgrund, dass wir uns auf
den Weg nach Dürrenmungenau machten, war Ilona Waldmann. Die spielt
in der Band den Bass und ich kannte sie noch gut aus ihrer Zeit bei Freeway.
Freeway war eine exzellente Bluegrass-Band, bestehend aus vier netten
Mädels, die überaus gekonnt mit Akkustic-Gitarre, Bass, Mandoline
und Fiddle hantierten und durch brillanten vierstimmigen Gesang überzeugten.
Leider gibt es diese Band schon lange nicht mehr und darüber bin
ich heute noch traurig. Wenn nun die liebe Ilona bei den Unicorns mit
macht, müssen die gut sein; soviel war mir klar. Auch das, was auf
der Internet-Seite der Band steht, hört sich vielversprechend an.
So kamen wir mit hohen Erwartungen ins Baton Rouge, doch die wurden bei
weitem übertroffen! Was da schon im ersten Set geboten wurde, muss
man zum großen Teil als genial bezeichnen. Das Musikprogramm reicht
in seiner Vielseitigkeit an das des großen Brian Sklar heran und
das will etwas heißen. Es beginnt mit einem Bluegrass-Klassiker
von Bill Monroe, reicht über Songs von Linda Ronstatt, Cathy Mattea,
bis hin zu Alan Jackson und Shania Twain. Zu Beginn eines jeden Sets gab
es einen eindrucksvollen fünfstimmigen a capella-Gesang. Im Verlauf
des ersten Sets traf eine Abordnung der Band Blue Train ein und auch die
waren beeindruckt.
The Unicorns sind zu sechst: Leadsängerin Kristen Riter (stammt aus
Arizona, spricht aber sehr gut deutsch) spielt Akustik-Gitarre, Piano
und Querflöte, ihre Stimme passt hervorragend zu Songs von Alison
Kraus (Two Highways), Shania Twain (Gone And Done It)
oder Mary Chapin Carpenter (Down At The Twist And Shout).
Unterstützt wird sie von Ilona Waldmann (Bass) mit starkem Background-Gesang.
Bester Musiker in der Band ist zweifellos Steve Niclas (Austria), der
hat eine Ausbildung als klassischer Geiger und hantiert entsprechend perfekt
mit Fiddle, Akustik- und E-Gitarre und sing einen starken Bass. Ähnlich
gekonnt beherrscht Uli Widenhorn den Gesang und seine beiden Gitarren.
Zu dieser früheren 4er-Besetzung gesellten sich inzwischen noch Klaus
Reichardt (Pedal Steel, Piano) und der bayerisch sprechende Holländer
Evert van der Wal (Drums, Gesang).
Mächtig beeindruckt waren wir auch von mehreren Schmankerln, die
sonst kaum eine Band spielt. Da gab es einen ungarischen Csardas, virtuos
auf der Fiddle gespielt, die wunderschöne Eigenkomposition Lady
Of The Canyon und den instrumentalen Unicorn Rag sowie
Mr. Sandman, beides gefühlvoll als Western Swing gespielt.
Des weiteren hörten wir Route 66, Son Of A Preacherman,
Blue Bayou (mit Mandolinen-Solo auf der Gitarre!) und den
Cherokee Boogie (Hey How Alina) von der Gruppe BR549. Auch
ein zünftiger irischer Hornpipe (Walk in The Irish Rain)
war dabei. Besonders beeindruckt waren wir immer, wenn Uli und Steve mit
2 akustischen Lead-Gitarren spielten (wo gibt´s das sonst noch?).
Für die Tänzer war angesichts dieser Vielseitigkeit alles geboten,
von Two-Step über Cha-cha, 16-Step bis zu allen Varianten des Line
Dance. Steve äußerte sich mehrmals bewundernd über des
Können der anwesenden Tänzer. In den Pausen gab es Gelegenheit
zu überaus netten Unterhaltungen mit den Jungs und Mädels von
der Band und Ilona freute sich wie ein Schneekönig über ein
kleines Geschenk von mir zur Erinnerung an alten Freeway-Zeiten.
Natürlich fehlten Klassiker wie der Mercury Blues, Chattahoochee,
Unbelievable I Feel Lucky und Sweet Home
Alabama nicht. Dass man zu Musik von Sheryl Crow auch Line Dance
tanzen kann, stellte sich im 3. Set heraus. Nach einem Bomben-Applaus
gab´s als Zugabe noch eine 7-Minuten-Version des Orange Blossom
Special, bei der Steve nochmals sein ganzes Können zeigte und
dann The Last Unicorn, den Soundtrack aus dem gleichnamigen
Film (Kristen spielt dabei Flöte) und weil die Zuhörer noch
immer keine Ruhe gaben, nochmal den Irish Rain.
Fazit: die musikalische Reise durch nahezu alle Varianten der Country
Music und darüber hinaus war begeisternd. Die, die nicht da waren,
kommen hoffentlich beim nächsten Mal, denn sie haben wirklich etwas
verpasst.
The Unicorns im Baton Rouge - hoffentlich bald wieder!
Jürgen Stier
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